Themenkatalog

Unsere Vorschläge für das steirische Bildungssystem

Schulautonomie

Wir lehnen den Ausbau von Gesamtschul-Modellregionen konsequent ab und fordern eine weitgehende Freiwilligkeit bei Schulclustern. Ebenso müssen die Landesschulräte sowie die Sonderschulen in ihrer momentanen Form erhalten bleiben. Bildungsdirektionen als Ablösemodell der Landesschulräte kommen nur dann in Frage, wenn eine volle Transparenz und Kontrolle derselben gewährleistet ist.

Zentralmatura

Der Freie Schülerring Steiermark ist gegen die momentane Form der Zentralmatura und befürwortet eine Novellierung der Vorgehensweisen und Praktiken in Bezug auf die Reifeprüfung. Diese Novellierung umfasst Grundlegend die Säulen Feldtestung, Aufgabenformat und Beurteilung.

Eine Feldtestung macht nur dann Sinn, wenn diese von der betroffenen Gruppe im vorletzten Schuljahr durchgeführt wurde. Im Moment befinden wir uns in einer Situation, in der die vorhergehende Schulstufe diesen Einstufungstest für die nachfolgende Maturaklassengeneration durchführt. Aus unserer Sicht kann dadurch keine aussagekräftige Durchschnittsleistung zur Erstellung von akkuraten Aufgaben für die betreffenden Maturanten ermittelt werden.

Alle Aufgabenpools für die schriftliche und mündliche Reifeprüfung sind zentralisiert und werden vom Bundesministerium für Bildung und Jugend einheitlich ausgegeben. Die Beurteilung und Benotung ist in vielen Fällen allerdings alles andere als "zentral". Oft korrigiert der eigene Fachprofessor die schriftliche Matura und benotet nicht selten nach persönlichem Empfinden und Laune. Dieser Missstand kann durch die Korrektur der Arbeit durch einen schulfremden Fachprofessor umgangen und verhindert werden.

Neues Oberstufenmodell

Das neue Oberstufenmodell, kurz NOST, ist der Versuch ein modulares Bildungssystem in Österreich zu etablieren. Eine Einführung würde nicht nur Vorteile, sondern auch einige Nachteile für die Schüler mit sich bringen. Grundsätzlich kritisieren wir die fehlende rechtzeitige Einbindung aller Beteiligten, inklusive der Schüler, ab der Planungsphase.

Die neue Oberstufe beinhaltet folgende Änderungen für alle AHS und BHS - Schulformen: Semestrierung und Modularisierung; Bis zu drei Gegenstände dürfen bis zur Matura aufgeschoben werden und müssen eigenständig neben dem regulären Stoff nachgelernt werden; Individuelle Lernbetreuung für Schüler (kurz ILB); Alle Module müssen positiv absolviert werden und es ist kein überspringen von Themen mehr möglich und bei freiwilliger Klassenwiederholung muss nur das negative Fach besucht werden.

Unserer Meinung nach gibt es vor allem bei den oben genannten Punkten akuten Verbesserungsbedarf. Daher fordern wir kleinere Klassengrößen mit maximal 20 Schülern; Zusätzliche individuelle Förderunterrichte um auf die Schwächen des jeweiligen Schülers eingehen zu können; Keine unüberbrückbaren Freistunden zwischen nachzuholenden Modulen; Aufrechterhaltung der flexiblen Lehrstoffeinteilung pro Semester und Modul sowie die Beibehaltung der Bildungsvielfalt bei maturaführenden Schulen.

Differenziertes Schulsystem

Wir sprechen uns gegen ein Modell der Gesamtschule aus und befürworten das etablierte differenzierte Schulsystem.

Ein Bildungssystem kann nur qualitativ und effizient sein, wenn auf die individuellen Stärken und Schwächen der Schüler eingegangen wird. Ein System der Gleichmacherei kann keine Lerndefizite mindern oder beseitigen. Nur eine Vielfalt an unterschiedlichen Schultypen und Leistungsgruppen, welche in den jeweiligen Fachgebiete spezialisiert sind, ermöglichen dies!

Kultur und Brauchtum

Als konservative Schülerorganisation stehen wir zu unserer heimischen Kultur sowie dem regionalen Brauchtum und fordern die Einführung des Unterreichtsfachs "Heimatkunde". Christliche Feste wie Weihnachten, Ostern oder der Nikolaustag sollten kompromisslos auch weiterhin in den steirischen Schulen praktiziert werden. Der Erhalt unseres kulturellen Erbes müsste im Schulalltag wieder einen viel höheren Stellenwert haben.

Migration

Integration von ausländischen Schülern kann nur gelingen, wenn diese auch unsere Sprache sprechen. Die Gruppenbildung unter den Schülern in den Pausen wird verhindert. Das Zusammengehörigkeitsgefühl wird gestärkt.

Es kann nicht sein, dass einheimische Schüler im Pausenhof ihre Mitschüler nicht verstehen können. Dieser Umstand führt oft zu Feindseeligkeiten. Da man eine Sprache bekanntlich am besten lernt, wenn man sie spricht, wäre die Verwendung der deutschen Sprache in den Schulpausen eine ideale Möglichkeit, um Sprachdefizite von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache entscheident zu verbssern.

Vor Eintritt von Schülern mit Migrationshintergrund in das Regelschulwesen fordern wir eine verpflichtende Sprachstanderhebung sowie die Implementierung von eigenen Deutsch-Klassen.

Parteifrei Schule

Parteipolitik hat in der Schule und im Unterricht nichts verloren! Das ist sogar gesetzlich verankert. Stattdessen sollen sich Schüler zu aufgeklärten und kritischen Menschen entwickeln. Dazu ist die Bewahrung der Meinungsfreiheit abseits von Parteipolitik besonders wichtig. Dennoch zeigt die Realität an den Schulen, dass sich einige Lehrer nicht an das Neutralitätsgebot halten und sich immer wieder abfällig über bestimmte Parteien oder deren Politiker äußern.

Aus diesem Grund fordern wir die Schaffung einer Meldestelle für parteipolitische Indoktrinierung durch Lehrpersonal im Rahmen des Unterrichts oder im Schulareal!

Ganztagsschule

Eines der größten Argumente der Befürworter der Ganztagsschulen ist die Chancengleichheit im Bildungssystem, welche angeblich durch die Ganztagsschulen geschaffen werden. Doch dies ist in keiner Studie belegt.

Grundsätzlich begrüßen wir die Angebote von Ganztagsschule für Schüler, sofern diese von den Eltern und Schülern gleichermaßen freiwillig in Anspruch genommen werden. Hierfür darf es allerdings keine Zwangsausübung von Seiten des Staates geben!